Hilfe für Kinder aus Tschernobyl e.V.
40 Jahre Tschernobyl
Unser Flyer 40 Jahre Tschernobyl - Erinnern, Gedenken, Mahnen.
Veranstaltung am 26.04.2026 um 17.00 Uhr in der Taverne Nikos, Hausener Str. 12, 86447 Stotzard
Fotos von der Veranstaltung (und drum herum)
Impressionen aus Gomel und aus der Vereinsgeschichte
Tschernobyl - Die Katastrophe und ihre Folgen
Die Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986
Am frühen Morgen des 26. April 1986 ereignete sich im Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der damaligen Ukrainischen SSR eine Explosion. Der Reaktorkern schmolz, radioaktive Partikel gelangten in die Atmosphäre und wurden mit den Windströmungen über weite Teile Europas getragen.
Mehr als 30 Menschen starben unmittelbar nach dem Unglück. Die langfristigen Opferzahlen variieren je nach Studie zwischen mehreren Tausend und über 100.000 Todesfällen. An den Aufräumarbeiten waren schätzungsweise 600.000 bis 800.000 sogenannte "Liquidatoren" beteiligt - Soldaten, Feuerwehrleute, Bergleute und Zivilisten, die den brennenden Reaktor eindämmten, Trümmer beseitigten und die Umgebung dekontaminierten.
Chronologie der Ereignisse
28. April 1986
In Polen und Skandinavien werden stark erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Am Abend bestätigt die sowjetische Nachrichtenagentur Tass ein Unglück im Kernkraftwerk Tschernobyl.
29. April 1986
Die nahegelegene Stadt Prypjat mit rund 50.000 Einwohnern wird evakuiert. Bis heute ist sie unbewohnt.
4. Mai 1986
Die Räumung aller Orte innerhalb einer 30-Kilometer-Sperrzone beginnt. Insgesamt verlieren etwa 400.000 Menschen ihre Heimat.
6. Mai 1986
Die Zeitung "Prawda" veröffentlicht erste Details zum Unglück. In Deutschland verbieten mehrere Bundesländer den Verkauf von Freilandgemüse und sperren Sportplätze.
14. Mai 1986
Michail Gorbatschow informiert in einer Fernsehansprache die Öffentlichkeit.
29. September 1986
Reaktorblock 1 wird wieder in Betrieb genommen, die Blöcke 2 und 3 folgen im November.
15. November 1986
Der erste Betonsarkophag um den zerstörten Reaktor ist fertiggestellt. Das Provisorium weist später zahlreiche Risse auf.
15. Dezember 2000
Reaktorblock 3 wird als letzter abgeschaltet. Die EU unterstützt die Stilllegung mit rund 3,1 Milliarden DM (ca. 1,6 Milliarden Euro).
26. April 2012
Der Bau der neuen Stahl-Schutzhülle ("New Safe Confinement") beginnt. Sie wird 2017 fertiggestellt und soll das Gebiet für etwa 100 Jahre sichern.
Besonders betroffen: Die Region Gomel
Eine der meist betroffenen Regionen ist die weißrussische Region Gomel.
Warum gerade Gomel?
Als am 26.04.1986 in Tschernobyl (Ukraine) ein Block des dortigen Atomkraftwerks explodierte, gingen 75 % der dadurch freigesetzten Radioaktivität in einer Wolke über dem nur 70 km entfernten Gomel nieder, der zweitgrößten Stadt Weißrusslands. Dies entspricht der 200fachen Menge der Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki.Hauptauswirkungen
Hohe radioaktive Kontamination.
Rund 216.000 Hektar Land wurden verseucht. In einigen Gebieten, etwa im Kreis Wetka, ist die Belastung auch Jahrzehnte später noch messbar.
Gesundheitliche Folgen.
Besonders dramatisch war der Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Ursache war vor allem die Aufnahme von radioaktivem Jod (Jod-131). Zudem treten vermehrt Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse auf.
Wirtschaftliche und soziale Folgen
Viele landwirtschaftliche Flächen wurden unbrauchbar. Wälder und Böden sind teilweise noch heute durch Cäsium-137 belastet.
Die aktuelle politische Lage in Belarus führt dazu, dass offizielle Statistiken oftmals nicht der Realität entsprechen. Zahlreiche kontaminierte Gebiete werden aus wirtschaftlichen Gründen für "sauber" erklärt und bebaut. Die Bevölkerung wird sogar dazu ermutigt, diese Regionen wieder zu besiedeln. Dabei haben viele radioaktive Stoffe eine extrem lange Zerfallszeit - es wird noch Jahrhunderte dauern, bis die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe verschwunden sind.
Die "Tschernobyl-Kinder" - Langzeitfolgen bis heute
Die traurige Wirklichkeit zeigt sich in der erschreckend hohen Zahl an Kindern und Jugendlichen, die an Leukämie erkranken. Viele von ihnen stammen aus sozial schwachen Familien und sind dadurch doppelt belastet: Neben der Krankheit fehlt es oft an den finanziellen Mitteln für gesunde Ernährung, medizinische Versorgung und die dringend notwendige Unterstützung im Alltag.
Hilfe ist also dringend und langfristig nötig!
Kinderhämatologie in Gomel
Die Kinderhämatologie-Abteilung im regionalen Krankenhaus Gomel betreut derzeit 52 Patientinnen und Patienten - Kinder und Jugendliche.Unser Auftrag besteht darin, die betroffenen Kinder und Familien durch direkte Hilfe, Medikamente und Patenschaften zu unterstützen. Mit den Einnahmen aus unseren jährlichen Oster- und Weihnachtsbasaren finanzieren wir Oster- und Weihnachtsfeste, Lebensmittelpakete und Geschenke für unsere Schützlinge. Eine seit 34 Jahren aktive Elterninitiative begleitet aktuell 137 betroffene Kinder.
- ZDF: "Tschernobyl - Die Katastrophe"
- DOMRADIO.DE: Chronologie der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
- United Nations: Informationen zu den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe
- Chernobyl Children International
- Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- n-tv
- Bild: "Die andauernde Katastrophe - 30 Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl"
- Offizielle Website der Republik Belarus: Karte der Region Gomel
Hinter jedem Gesicht steht ein Schicksal - ein jahrelanger Kampf gegen die Krankheit - Zeiten der Hoffnung und der Verzweiflung sowie eine ganz persönliche Geschichte.
Quellen für die allgemeinen Infos und Bilder:

